19.4.2026 Gedenkveranstaltung in Kaltenkirchen zum Todesmarsch 1945
Veranstaltungsankündigung
Vor 81 Jahren: Der Mord an zwei Häftlingen mitten in Kaltenkirchen
Eine Gedenkveranstaltung der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen, der Stadt Kaltenkirchen und der Kaltenkirchener Demokratie-Werkstatt e.V.
Der Todesmarsch Hamburg-Kiel vom Polizeigefängnis Fuhlsbüttel zum „Arbeitserziehungslager“ Nordmark bei Kiel begann am 12.04.1945 und dauerte vier Tage. Etwa 800 Häftlinge wurden in vier Kolonnen nach Norden getrieben. Das erste Quartier des Todesmarsches war in Kaltenkirchen. Ein Teil der Häftlinge wurde in „Hüttmanns Gasthof“ in der Schützenstraße untergebracht, eine andere Häftlingsgruppe wurde in dem in direkter Nachbarschaft im Ortszentrum gelegenen Hof des Bauern Bernhardt Möller einquartiert.
Am Morgen des 13.04.1945 verübte die SS in Kaltenkirchen zwei Morde. In „Hüttmanns Gasthof“ wurden der am 01.12.1910 in Rostock geborenen Hugo Kochendörffer und Peter Josef Beck, geboren am 30.10.1908 in Ober-Roden, erschossen.
Mit der Gedenkveranstaltung möchten wir gemeinsam an Hugo Kochendörffer und Peter Josef Beck erinnern und den weiteren sieben, uns bekannten Menschen gedenken, die während des Todesmarsches ermordet worden sind. Zudem gedenken wir allen Menschen, die während des Todesmarsches geschunden und gequält worden sind.
Fred Zimmak wird für die Angehörigen der Überlebenden des Todesmarsches sprechen. Zudem werden Stefan Bohlen, der Bürgermeister der Stadt Kaltenkirchen, und Peter Stoltenberg, der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes, ein Grußwort sprechen. Für die KZ Gedenkstätte Kaltenkirchen wird der Historiker Thomas Käpernick einen Redebeitrag halten.
Anschließend wird eine neue Gedenktafel eingeweiht, die dem aktuellen Forschungsstand entspricht.
Die Gedenkveranstaltung findet am Sonntag, den 19.04.2026, um 11.00 Uhr am Ort der Gedenktafel
(Am Grünen Markt – Ecke Schützenstraße) in Kaltenkirchen statt.
Die Gedenkveranstaltung ist Teil einer Reihe von Veranstaltungsaktivitäten zum Gedenken an den Todesmarsch Hamburg – Kiel im April 1945
Ausschlussklausel:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechts extremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
16.04.26 Vortrag Dr. Reimer Möller
Veranstaltungsankündigung
Vortrag
„Gewaltverbrechen in der Endphase des NS-Regimes in Schleswig-Holstein – neue Forschungsergebnisse zu Todesmärschen und zur Cap-Arcona-„Katastrophe“
Der Historiker Dr. Reimer Möller beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema NS-Endphasen-Verbrechen in Schleswig-Holstein. Im Rahmen eines Forschungsauftrags der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten hat er sich aktuell noch einmal intensiv mit den Transporten von Häftlingen aus dem KZ Neuengamme nach Lübeck und deren Verbringung auf in der Lübecker Bucht auf Reede liegenden Schiffen im April/Mai 1945 befasst. Dabei nahm er insbesondere Befehlsstrukturen zu Kriegsende und daraus resultierende Entscheidungsprozesse in den Blick, aus denen sich erklärt, weshalb nach der Räumung des KZ Neuengamme der Transport der Häftlinge auf Schiffe in der Lübecker Bucht erfolgte. Seine Forschungsergebnisse wird Reimer Möller im Rahmen seines Vortrags vorstellen.
Zudem geht er in seinem Vortrag auf verschiedene Räumungstransporte von KZ-Häftlingen und Gefangenen aus NS-Haftstätten ein, die im Winter und Frühjahr des Jahres 1945 durch Schleswig-Holstein führten oder dort endeten. Er erläutert, warum diese Räumungstransporte in der Endphase des NS-Regimes erfolgten. Und er erklärt, warum sie in der Regel zu Todesmärschen wurden, die durch die Brutalität der Aufseher von SS und Polizei und durch hohe Zahlen von Todesopfern gekennzeichnet waren. Abschließend wirft Reimer Möller einen Blick auf die juristische Ahndung dieser Verbrechen nach 1945 und fragt nach dem Platz der NS-Endphasen-Verbrechen in der bundesdeutschen Erinnerungskultur.
Die Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen und findet am Donnerstag, den 16.04.2026, um 18.30 Uhr in den Räumlichkeiten der KZ-Gedenkstätte, OT Springhirsch, an der B4, 24568 Nützen statt.
Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen und bitten vorab um eine kurze Anmeldung bis spätestens 14.04.2026 per Mail an
Die Vortragsveranstaltung ist Teil einer Reihe von Veranstaltungsaktivitäten zum Gedenken
an den Todesmarsch Hamburg – Kiel im April 1945
Ausschlussklausel:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen zum 27. Januar 2026
Menschenrechte in Vergangenheit und Gegenwart oder
„das Recht, Rechte zu haben!“ (Hannah Arendt)
Anlässlich des Tags des Internationalen Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2026 – dem 81. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungs- und Konzentrations lagers Auschwitz durch die Rote Armee – luden die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen und ihr Trägerverein am vergangenen Dienstag in den Ratssaal der Stadt Kaltenkirchen ein.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Gedenkveranstaltung stand das Thema Menschenrechte in Vergangenheit und Gegenwart. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b der Gemein schaftsschule am Marschweg hatten gemeinsam mit der Pädagogin Wencke Stegemann und ihrem Lehrer Dominik Zuk eine sehr eindrucksvolle inhaltliche und visuelle Präsentation und Performance zu diesem Thema erarbeitet.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b der Gemeinschaftsschule am Marschweg mit Artikeln aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ Foto: KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen
Anhand der einzelnen Artikel der Allgemeinen Erklärung Menschenrechte, die als direkte Konsequenz aus den NS-Gewaltverbrechen im Dezember 1948 verabschiedet worden war, veranschaulichten die Schülerinnen und Schüler die Menschenrechtsverletzungen, denen Werner Eckstein, Überlebender des KZ-Außenlagers Kaltenkirchen, ausgesetzt war und stellten sie damit in einen konkreten biografischen Kontext. Sie stellten zudem einen sehr reflektierten und angemessenen Bezug zur Gegenwart her, in dem sie aktuelle Menschenrechtsverletzungen in den Blick nahmen und die Bedeutung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für die heutige Zeit sichtbar machten. Die Schüler innen und Schüler präsentierten ihre Inhalte sehr engagiert, inhaltlich fundiert und zudem mit großer Empathie. Sie machten damit eindrücklich deutlich, dass sie die NS-Vergangenheit und das Thema Menschenrechte etwas angeht.
Marc Czichy, Leiter der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen, zog in einem Input eine Bilanz zu 30 Jahren „Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“. Er machte dabei deutlich, dass erst die aktive zivilgesellschaftliche Aneignung, die inzwischen in vielen hundert Veranstaltungen rund um den 27. Januar ihren Ausdruck findet, den Gedenktag zu einem wichtigen Fixpunkt der bundesdeutschen Erinnerungskultur gemacht habe.
Zur gelungenen Veranstaltung trug deren musikalische Begleitung durch die Sängerin und Gitarristin Alexandra Lachmann bei. Sie begeisterte das Publikum mit einer abwechslungs reichen Facette von Musikstücken und sehr intensiven Darbietungen.
Hans-Jürgen Kütbach, Vorsitzender des Trägervereins der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen, und seine Stellvertreterin, Indre Schmalfeld, konnten sich über eine gut besuchte Veranstaltung ebenso freuen, wie über ein Grußwort des Kaltenkirchener Bürgermeisters Stefan Bohlen.
Sowohl Kütbach als auch Bohlen warnten in ihren Grußworten davor, dass der über Jahrzehnte gewachsene gesellschaftlich Konsens darüber, dass die Erinnerung an die NS-Verbrechen konstitutiv für unser Zusammenleben in einer demokratischen und offenen Gesellschaft ist, zunehmend unter Druck gerät. Beide warben vor dem Hintergrund dieser Entwicklung für ein verstärktes zivilgesellschaftliches Engagement zur Verteidigung und Stärkung unserer Demokratie.
Die hohe Anerkennung und Wertschätzung, welche die Arbeit der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen von politischer Seite erfährt, wurde durch die Teilnahme einer Vielzahl von kommunalpolitischen Vertreter:innen aus den Kreisen Pinneberg und Segeberg unterstrichen.
Vortrag Andras Speit "Autoritäre Rebellion" am 23.9.2025
Buchvorstellung und Vortrag
„Autoritäre Rebellion: wie antimoderne Reflexe breite Schichten der
Gesellschaft erfassen und sie immer weiter nach rechts rücken“
Andreas Speit geht in seinem neuesten Buch einer Entwicklung nach, die auch die KZ- Gedenkstätte Kaltenkirchen bewegt, nämlich der starken Verschiebung des politischen und gesellschaftlichen Koordinatensystems nach rechts, die eine politische Herausforderung und gleichzeitig ein Angriff auf die demokratischen Werte ist, welche die KZ-Gedenkstätte vertritt.
Teil dieser Entwicklung ist, dass der über Jahrzehnte gewachsene gesellschaftliche Konsens darüber, dass die Erinnerung an die NS-Verbrechen konstitutiv für unser Zusammenleben in einer demokratischen und weltoffenen Gesellschaft ist, zunehmend erodiert. Jens-Christian Wagner, der Leiter der KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, spricht in diesem Zusammenhang von einem „erinnerungskulturellen Klimawandel“.
Der Journalist, Publizist und Rechtsextremismusexperte Andreas Speit liest aus seinem neuesten Buch „Autoritäre Rebellion“, in dem er analysiert, wie Verschwörungsdenken, Antisemitismus und autoritäre Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft wachsen. In einem zweiten Teil seines Vortrages berichtet Speit über die Entwicklung des Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein in den vergangenen 12 Jahren. Im Fokus seiner Ausführungen steht dabei der Landesverband der AfD. Speit beleuchtet insbesondere die Bedeutung des Themenfelds Geschichts- und Erinnerungspolitik für die AfD und die Netzwerkarbeit der AfD gegenüber Medien, Institutionen und Einzelpersonen der sog. „Neuen Rechten“. Zudem analysiert und bewertet er das Wahlergebnis des Schleswig-Holsteinischen Landesverbands der AfD bei der Bundestagswahl vom 23.02.2025.
Die Veranstaltung ist Teil einer Veranstaltungsreihe zum 25-jährigen Jubiläum der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen
und findet am Dienstag, den 23.09.2025, um 18.30 Uhr im Bürgerhaus der Stadt Kaltenkirchen,
Friedenstraße 9, 24568 Kaltenkirchen statt.
Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen und bitten vorab um eine kurze Anmeldung bis spätestens 21.09.25 per Mail an
Ausschlussklausel:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
14.9.25 Tag der offenen Tür - Filme, Führungen, Gespräche -
„Tag der offenen Tür“ an der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen im Rahmen
des bundesweiten „Tags des offenen Denkmals“
Die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen lädt für Sonntag, den 14.09.25 zwischen 11.00 Uhr und 17.30 Uhr zu einem „Tag der offenen Tür“ ein. Im Kontext des bundesweiten „Tags des offenen Denkmals“ möchten wir interessierten Besucher:innen die Möglichkeit bieten, die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen und ihre Arbeit kennenzulernen und mehr über die Geschichte des KZAußenlagers Kaltenkirchen und zudem über den politisch-gesellschaftlichen Umgang mit dem historischen Ort nach 1945 zu erfahren.
Dazu gibt es über den Tag verschiedene Angebote. Im Rahmen von Filmvorführungen zeigen wir die Filme „Erinnerungen an Pierre Vignes. Überlebender des KZ Kaltenkirchen“ und „Spot aus – Licht an für Georg Richter“ und geben damit überlebenden Häftlingen des KZ-Außenlagers und deren Angehörigen Gesicht und Stimme.
Außerdem bieten wir Geführte Rundgänge über das Außengelände der KZ-Gedenkstätte und durch die 2024 neu konzipierte Dauerausstellung an, bei denen die Besucher:innen durch Thomas Saretzki, einem langjährigen Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte, sachkundig und professionell begleitet werden.
Zudem besteht für Besucher:innen die Möglichkeit, mit anwesenden Mitgliedern des Vorstands des Trägervereins der KZ-Gedenkstätte ins Gespräch zu kommen und sich mit diesen über die Arbeit der KZ-Gedenkstätte auszutauschen.
Die Veranstaltung ist Teil einer Veranstaltungsreihe zum 25-jährigen Jubiläum der
KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen und findet am Sonntag, den 14. September
von 11.00 Uhr bis 17.30 Uhr auf der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen statt.
Ausschlussklausel:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.