Menschenrechte in Vergangenheit und Gegenwart oder
„das Recht, Rechte zu haben!“ (Hannah Arendt)

Anlässlich des Tags des Internationalen Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2026 – dem 81. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungs- und Konzentrations lagers Auschwitz durch die Rote Armee – luden die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen und ihr Trägerverein am vergangenen Dienstag in den Ratssaal der Stadt Kaltenkirchen ein.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Gedenkveranstaltung stand das Thema Menschenrechte in Vergangenheit und Gegenwart. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b der Gemein schaftsschule am Marschweg hatten gemeinsam mit der Pädagogin Wencke Stegemann und ihrem Lehrer Dominik Zuk eine sehr eindrucksvolle inhaltliche und visuelle Präsentation und Performance zu diesem Thema erarbeitet.

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Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b der Gemeinschaftsschule am Marschweg mit Artikeln aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ Foto: KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen

Anhand der einzelnen Artikel der Allgemeinen Erklärung Menschenrechte, die als direkte Konsequenz aus den NS-Gewaltverbrechen im Dezember 1948 verabschiedet worden war, veranschaulichten die Schülerinnen und Schüler die Menschenrechtsverletzungen, denen Werner Eckstein, Überlebender des KZ-Außenlagers Kaltenkirchen, ausgesetzt war und stellten sie damit in einen konkreten biografischen Kontext. Sie stellten zudem einen sehr reflektierten und angemessenen Bezug zur Gegenwart her, in dem sie aktuelle Menschenrechtsverletzungen in den Blick nahmen und die Bedeutung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für die heutige Zeit sichtbar machten. Die Schüler innen und Schüler präsentierten ihre Inhalte sehr engagiert, inhaltlich fundiert und zudem mit großer Empathie. Sie machten damit eindrücklich deutlich, dass sie die NS-Vergangenheit und das Thema Menschenrechte etwas angeht.

Marc Czichy, Leiter der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen, zog in einem Input eine Bilanz zu 30 Jahren „Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“. Er machte dabei deutlich, dass erst die aktive zivilgesellschaftliche Aneignung, die inzwischen in vielen hundert Veranstaltungen rund um den 27. Januar ihren Ausdruck findet, den Gedenktag zu einem wichtigen Fixpunkt der bundesdeutschen Erinnerungskultur gemacht habe.

Zur gelungenen Veranstaltung trug deren musikalische Begleitung durch die Sängerin und Gitarristin Alexandra Lachmann bei. Sie begeisterte das Publikum mit einer abwechslungs reichen Facette von Musikstücken und sehr intensiven Darbietungen.

Hans-Jürgen Kütbach, Vorsitzender des Trägervereins der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen, und seine Stellvertreterin, Indre Schmalfeld, konnten sich über eine gut besuchte Veranstaltung ebenso freuen, wie über ein Grußwort des Kaltenkirchener Bürgermeisters Stefan Bohlen.

Sowohl Kütbach als auch Bohlen warnten in ihren Grußworten davor, dass der über Jahrzehnte gewachsene gesellschaftlich Konsens darüber, dass die Erinnerung an die NS-Verbrechen konstitutiv für unser Zusammenleben in einer demokratischen und offenen Gesellschaft ist, zunehmend unter Druck gerät. Beide warben vor dem Hintergrund dieser Entwicklung für ein verstärktes zivilgesellschaftliches Engagement zur Verteidigung und Stärkung unserer Demokratie.

Die hohe Anerkennung und Wertschätzung, welche die Arbeit der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen von politischer Seite erfährt, wurde durch die Teilnahme einer Vielzahl von kommunalpolitischen Vertreter:innen aus den Kreisen Pinneberg und Segeberg unterstrichen.


 

Kurzfilm über das KZ-Außenlager und die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen (6 Min.)

Kurzfilm des NDR über die Geschichte des KZ-Außenlagers Kaltenkirchen sowie über das Entstehen und die Entwicklung der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen (NDR, 2024). Der Film ist auf dieser Webseite solange verfügbar, wie der NDR ihn online hält.

Gebärdenfilm zur Information über die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen (5 Min.)

Gebärdendolmetscher berichten in dem Film über die Geschichte des historischen Ortes und erläutern die Bildungsangebote der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen. Für diejenigen, die keine Gebärdensprache verstehen, sind die Inhalte zu hören und/oder als Untertitel zu lesen.(KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen, 2024.  Das Video finden Sie hier (677 MB).